Ist der Teddybär noch zeitgemäß?

Ist der Teddybär noch zeitgemäß?

Der Teddybär ist schon längst kein einfaches Spielzeug mehr, sondern Teil der Familie geworden, auf den man nicht verzichten will und kann. Alte Fotos beweisen, dass selbst in Krisen- und Kriegszeiten der Teddy oft das Einzige war, das gerettet wurde. Manch Teddybär könnte mehr erzählen, als wir hören wollen; sein Aussehen ist ebenso gealtert wie sein Besitzer, seine Besitzerin - doch zeitlos überlebt er stürmische Phasen. Echte Sammlerstücke können auf Teddybär-Auktionen einen fast unerschwinglichen Wert erreichen.

Und so wird der Teddybär auch die Digitalisierung und die anderen aktuellen Trends überleben und mit den multimedialen Mitteln zu neuer Bedeutung erwachen; mein geplantes Teddybären- und Spielzeugmuseum soll lebendiges Beispiel hierfür sein.

 „Ursus digitalis“ bedeutet „Bären zeigen mit dem Finger, äh der Pfote auf das Wesentliche“; betrachten wir also die Bedeutung des Teddybären im hier und jetzt:

 

Digitalisierung

Digitalisierung ist für echte Teddybär-Sammler kein Fremdwort und die Sozialen Medien wie z.B. Facebook sind das Eldorado, wo sich Gleichgesinnte jeder Altersgruppe, aus jeder sozialen Schicht begegnen und leidenschaftlich Fotos und Geschichten austauschen.

Globalisierung

Er ist das weltweite Phänomen: der Teddybär!  Es gibt kaum ein kollektives Sammelobjekt, das so viele Menschen auf der ganzen Welt „global“ verbindet. Es gibt viele Fangemeinden, Sammlerclubs und Vereine sind gegründet worden; Nachlässe werden frühzeitig geregelt.  Es gibt zahlreiche Bücher über die Geschichte des Teddybären, Kinderbücher mit Teddybären, Kataloge und spezielle Teddybär-Zeitschriften; Veranstaltungen und Messen werden organisiert.

Diversität

Der Teddybär ist Fachmann in allen Lebensbereichen und auch Managementberater. Diversität kennt er auf verschiedenste Art. Sein Geschlecht ist ebenso indifferent wie sein Charakter, sein Aussehen ist mal knuddelig, mal tollpatschig, mal vornehm, mal ist er einer berühmten Persönlichkeit nachempfunden. Immer aber ist er eine BärSönlichkeit - mit einem verschmitzten Lächeln und treuen Knopfaugen. 

Gendering

Teddy ist genderneutral!

Die geschlechtstypische Auswahl von Spielzeug ist seit jeher Teil der kindlichen Entwicklung. Die Spielwarenhersteller reagieren entsprechend darauf. Das blaue Fahrrad, die Eisenbahn für den Jungen, das rosafarbene Einhorn, die Puppe für das Mädchen…ein Teddybär aber für alle! Und er selbst? Natürlich gibt es auch Teddybärinnen; diese unterscheiden sich vom Teddybären aber lediglich durch Kleidung oder andere, weibliche Accessoires- nicht jedoch durch weibliche, sexistische Attribute.

Mobilität

Der Teddybär kommt von überall her und wird in verschiedensten Ausprägungen weltweit produziert mit mehr oder minder großem Erfolg in Bezug auf sein knuddeliges Aussehen und seine Qualität. Am wichtigsten aber ist, dass er überall mit hingenommen werden kann; mal versteckt im Rucksack, mal sichtbar im Arm, auf dem Fahrrad oder als bäriger Tourist und Fotomodell. Er braucht weder Pass noch Fahrkarte; es gilt nur, die „3 G-Regeln“ zu beachten: geliebt, geborgen, gemütlich.  

Klimaneutral

Würde Margarete Steiff heute noch einmal den Teddybären erfinden, wäre vieles anders. Es würden andere Materialien zur Verfügung stehen, aber auch ganz andere Erkenntnisse zur Umweltverträglichkeit dieser Produkte. Und so widmen sich die Designer und Produktentwickler bei Steiff unter dem Motto „Teddies for tomorrow“ der Aufgabenstellung, alternative Materialien wie Hanf- oder Leinenplüsch in der Produktion zu nutzen. Wenngleich die Frage nach dem besten alternativen Material für Plüschprodukte noch nicht beantwortet ist, so setzen sich immer mehr Plüschtierhersteller das Ziel, die haptische Qualität zu wahren, den ökologischen Tatzenabdruck aber weiter zu verbessern.

 

Meine Aktivitäten für die Zukunft des Teddys?

Ich will einen Beitrag leisten, dass Teddybären zum Leben erweckt werden und immer auch den Zeitgeist und die Entwicklungs-geschichte einer Epoche, sowie die Kultur der Menschheit - in Miniaturform - widerspiegeln. Teddybären und Freunde sollen in einer Erlebniswelt der besonderen Art betrachtet werden. Im Zeitalter der Digitalisierung und der ständigen Nutzung von Smartphones, iPad oder anderen digitalen Medien und nun auch noch verstärkt durch das Digitale Lernen/Arbeiten in Zeiten der Corona Pandemie, wird es zunehmend schwieriger, Kinder und Jugendliche für Teddybären und andere Plüschtiere (wieder) zu begeistern; eine Ausnahme stellen lediglich die Plüschis für Kleinkinder zum Knuddeln und Begrapschen dar. Futuristische Online-Spiele sind beliebter und Alleinspielen wird zum Megatrend, maximal vernetzt mit Anderen durch die digitalen Medien. 

Nun hat zwar jede Zeit Trends und Besonderheiten, dennoch geht hier etwas sehr Wichtiges verloren: Gefühle, Wärme, Kuscheln, Trösten und Spielen mit etwas Anfassbarem. Leider haben auch die meisten Eltern verlernt, mit ihren Kindern zu spielen oder sich als Erwachsene dem Teddybären als Begleiter zu widmen. Lediglich im Notfalleinsatz bei Unfällen oder Krankheiten wird der Teddy wieder zunehmend als Tröster eingesetzt.

 

Ein Teddybär kann aber noch viel mehr! 

Insbesondere die Plüschgesellen, die berühmten Persönlichkeiten der Geschichte oder besonderen (Welt)Ereignissen nachgebildet sind, können als Lehrmeister für vergangene Zeiten den Generationen dienen, denen Informationen und Erfahrungen durch das eigene Erleben fehlen. So ist das Teddybären- und Spielzeugmuseum auch Wissensvermittler und Transformator von historischen und gegenwärtigen Ereignissen. 

 

Welche Werte treiben mich an/um?

Beständigkeit

Ich kämpfe mit meinen Aktivitäten gegen Gleichgültigkeit, Intoleranz und gegen das Vergessen. Gleichgültigkeit beruht manchmal auf dem Mangel an Fantasie und gutem Willen. Ich akzeptiere Intoleranz gegenüber Teddybären nicht und kämpfe dafür, dass Teddybären nicht in Vergessenheit geraten. Sie werden zwar moderner - digitaler und multimedialer - werden, um ihre Botschaften Bärenfans und anderen Interessierten weltweit mitzuteilen. Sie werden aber nicht Gleichgültigkeit und Intoleranz akzeptieren und sich selbst treu bleiben. „Menschen vergessen, die Geschichte nicht und Schweigen ist nicht die moderne Form der Kommunikation." Teddybären wissen, dass man Vergangenes nicht ungeschehen machen, aber für die Zukunft daraus lernen kann

Treue

Teddybären sind für mich wichtige Kameraden nicht nur in Kindertagen, sondern auch in späteren Lebensjahren gewesen und sind es bis heute: die knuddeligen, liebenswerten Plüschgesellen, die zuhören, Trost spenden, Heimatgefühle geben, Talisman spielen und vor allem durch „dick und dünn“ stille Begleiter sind. Doch sie sind eben nicht nur still, sondern wer lauschen kann (und will), der spürt, wie viele Geschichten so ein Teddybär erzählen kann. 

Loyalität 

Er zeigt uns, wer manchmal das „Sagen/Brummen“ hat; wir lehnen uns entspannt zurück und unser Teddybär hört zu, tröstet, kann schweigen, bietet Sicherheit. Der Teddy ist immer da, wenn man ihn braucht. Er kann Geheimnisse für sich behalten und widerspricht uns nur mit seiner Brummstimme. Lob oder Kritik hört nur der, der es hören will. Durch Gespräche mit ihm gelingt es, schwer Formulierbares in Worte zu fassen und Kummer zu vergessen. Seine Botschaften und Weisheiten sind einfach, verständlich, gutmütig und verlässlich. Wer einmal eine Beziehung zu seinem Teddybären aufgebaut hat, der hat einen Freund ein Leben lang. Der Teddy versteht etwas von den grundlegenden Bedürfnissen nach Nähe und Wärme, nach Verständnis, Zärtlich- und Verlässlichkeit

 

Unsere „Gegenleistung“

Verantwortung übernehmen

Ich biete einen konstruktiven Dialog über die Veränderungen von Spielzeug im digitalen Zeitalter und verdeutliche, dass Teddybären und Spielzeug auch immer den Zeitgeist und die Entwicklungsgeschichte einer Epoche, sowie die Kultur der Menschheit widerspiegeln, das kulturelle Erbe vergangener Zeiten vermitteln und der Teddy Tröster und treuer Begleiter seit Jahrhunderten ist. Meine Mission ist es, die „Stimme“ der Teddybären zu sein und von ihren Erlebnissen zu berichten, sie als Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen und durch liebevoll arrangierte Präsentationen unsere Welt etwas lebendiger und gefühlvoller zu gestalten. 

Meine Geschichten erzählen von Kindheit mit Teddybären, von der Geschichte des Teddybären und woher er seinen Namen bekam. Die hohe Bedeutung des Bären ist mir mit dem Namen Ursula, die kleine Bärin, in die Wiege gelegt worden. 

Es ist an erster Stelle der Charme, den die Teddybären ausstrahlen: bei den Tieren aus der Natur die Ähnlichkeit zum lebendenden Tier, für Kinder das plüschige Kuscheltier, für Sammler die Einzigartigkeit und speziell beim Teddybären die treu dreinblickenden Augen, der zeitlose Charme seit Jahrzehnten und die Originalität bei der Nachbildung berühmter BärSönlichkeiten. 

Sorgfaltspflicht 

Er muss gepflegt und behütet werden und man ist gefordert, aufzupassen, dass er nicht verloren geht. 

Ein Teddybär verhält sich so, wie wir es von ihm erwarten. Ihn prägen die Wünsche seines Besitzers: Mal ist er starker Beschützer, mal der Schuldige, den man wütend beschimpfen und in die Ecke knallen kann. Teddybären sind gescheiter als mancher denkt, denn sie bekommen alles mit, was im Universum gebrummt wird, sie sehen mit ihren Knopfaugen, wenn ihre Bäreneltern traurig oder fröhlich sind, und sie kommunizieren mit Tatzen und Pfoten untereinander. Es ist nicht so, als wenn Teddybären keine Gefühle, Ängste und Sorgen hätten! Die Menschen haben Teddybären nun schon seit über 100 Jahren als Freund, Begleiter, Tröster und sammeln mit Hingabe. Einige Menschen jedenfalls; leider gibt es immer wieder arme Geschöpfe, die nichts mit Teddys anfangen können. Solch unbäriges Verhalten ist bisher meistens im Verborgenen geblieben. Mit den neuen Medien, die man als „sozial“ bezeichnet, wird das nun aber für jeden auf dem gesamten Globus sichtbar (ob man das will oder nicht).

Das Teddybären- und Spielzeugmuseum der Sammlung Fellberg, eine bärige Erlebniswelt ist liebevoll, lehrreich und unterhaltsam und soll helfen, die Welt wieder gefühlvoller zu machen und sie wird modern und digital sein, um bärige Begeisterung hervorzurufen. 

 

Teddybären ein Leben lang, wer einmal damit angefangen hat, der kommt - so wie ich - davon nicht mehr los (und will es auch gar nicht). 

"Ein Leben ohne Teddybären ist möglich, aber sinnlos“  

(frei nach Loriot) 

 

Besuchen Sie bitte auch unsere neue Webseite...

www.stiftung-sammlung-fellberg.com 

 

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