Lesen ist Wunder und Genuss, Belebung und Erkenntnis

 © magurok www.fotosearch.de_k10567421
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Kommentar einer Autorin zum „Welttag des Buches“

 

Nun feiern wir wieder einmal einen Gedenktag...für das Buch!

1995 hat die 28. Generalkonferenz der UNESCO den 23. April zum "Welttag des Buches und des Urheberrechts" ausgerufen.

Es ist auch der Todestag von Shakespeare und Cervantes und an diesem Tag feiern wir das Lesen, die Bücher und die Rechte der Autoren. Es soll damit auf die große Bedeutung des Buches und seine unverzichtbare Rolle auch in der Informationsgesellschaft und Zeiten der Digitalisierung und des disruptiven Wandels hingewiesen werden.

„Bücher sind kein geringer Teil des Glücks.

Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein.“

hat schon Friedrich II., der Große (1712 - 1786), preußischer König gesagt. Doch wer würde das heute noch unterzeichnen?

Als Autorin und „begeisternde Frau der Feder“ habe ich große Bedenken, was die Zukunft des Buches angeht und damit die Vorteile, der Nutzen des Lesens.

Ich war nicht immer Autorin, habe aber schon als Kind viel und gern gelesen.

Wer erinnert sich nicht an die Abenteuerromane unserer Kindheit, an „Pucki“, „Nesthäkchen“ oder „Karl May“. Früher haben wir als Familie zusammengesessen, wir haben gekuschelt und zusammen gelesen. Später kamen denn Schule, Studium, Beruf und die Fachbücher und bis heute werfe ich kein Buch weg – meine Bibliothek der Vielfalt!

 

Es scheint leider immer öfter der Fall zu sein, dass Kinder heute nicht mehr lesen lernen/wollen/können. Aber auch die Erwachsenen verlernen das zunehmend. In den Sozialen Medien gibt es keine vollständigen Sätze mit Subjekt, Prädikat und Verb mehr; manchmal ist unklar, ob die verwendete Sprache eigentlich „deutsch“ ist oder „ausländisch“- auf jeden Fall nicht „bärig“. Raten ist gefragt. Und dann der Blödsinn, der da so mitgeteilt wird. Jeder kommentiert alles mit „ah“ und „oh“ , sendet ständig neue Fotos und LIKED bis das WWW zusammenbricht. Wertvolle Zeit wird hier sinnlos vertan, die mit Lesen von interessanten Themen genutzt werden sollte. „Der Name täuscht ja: Facebook heiß übersetzt „Gesichtsbuch“. Doch wer zeigt hier sein wahres Gesicht? Und in welchem Buch?

Es muss schon zu Goethes Zeiten offenbar Facebook gegeben haben

„Man liest viel zu viel geringe Sachen, womit man die Zeit verdirbt und wovon man weiter nichts hat.Man sollte eigentlich immer nur das lesen, was man bewundert.“

 

Wo gelesen wird, wo es Bücher gibt, da muss es eben auch Autoren geben. Vielleicht fehlen heute in der Flut der (nicht gelesenen!?) Bücher die großen Literaten früherer Zeiten und Self Publishing ermöglicht Veröffentlichungen, die es früher nicht in die Druckerei und in einen Verlag geschafft hätten. Warum aber wurde Goethes Faust zu einem Klassiker, der gerade in diesem Jahr aktueller ist denn je zuvor? Es gibt sie immer noch, die kleinen Heftchen des Reclam-Verlages mit Klassikern der Weltliteratur - für jeden erschwinglich. Da könnte man auch den Faust lesen; allerdings in einer Sprache, die für manch einen nur schwer verständlich, für die Jugend von heute, die im Zweifelsfall nur noch Nachrichten im Abkürzungsmodus auf dem Handy verschickt, ein Buch mit sieben Siegeln sein dürfte.

Aber das ist eben das Wichtige und Interessante an einem Buch. Es wird dann zum Klassiker, wenn es bestimmte Menschen und besondere Erlebnisse repräsentiert und seine Aussage dadurch zu einer universellen Wahrheit wird, die eben über die Zeit hinaus auch in unserer digitalen Zeit wirkt.

© Dr. Ursula Fellberg, Buchregal Bärenzeit Verlag April 2018
© Dr. Ursula Fellberg, Buchregal Bärenzeit Verlag April 2018

Es muss ja nicht immer ein Klassiker sein:

„Das Schreiben ist für mich Aufarbeitung, um viel dichter an eine Sache heranzukommen“,

diese Aussage von Reinhold Messner kann ich unterstreichen und auch für meine Zielsetzung anwenden.

Ob Bärenbücher, Fachbücher, Ratgeber oder Autobiografische Bücher – ich lerne dabei interessante historische Hintergrundinformationen zur Zeitgeschichte und kann diese mit dem beliebtesten Spielzeug der Welt, dem Teddybären auch für andere nachlesbar machen; ich kann für Manager aktuelle Themen und Lebensweisheiten unterhaltsam reflektieren und sie auf die digitalen Veränderungen vorbereiten. Doch mehr dazu auf meiner Webseite www.ursulafellberg.com.

 

Ich ermutige zum heutige „Welttag des Buches“, mit dem Lesen nie aufzuhören, sich immer wieder dem geschriebenen Wort hinzugeben und auf Bücher einzulassen:

Lesen ist Wunder und Genuss, Belebung und Erkenntnis