Die Alte Dame Berlins, die Bären und der Fußball

© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Herthaner mit Vereins-Logo
© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Herthaner mit Vereins-Logo

Fußballfans und Bärenfreunde aufgepasst: In diesem Jahr 2017 fällt das Fußballfreie Sommerloch aus!

Am 25. Juli 2017 feiert die „Alte Dame“, der traditionsreiche Berliner Fußballverein Hertha BSC seinen 125. Geburtstag. Für das Stadtmuseum Berlin ist das runde Jubiläum bäriger Anlass, sich mit einer Sonderausstellung im Museum Ephraim-Palais dem facettenreichen Thema „Hauptstadtfußball“ zu widmen.

Diese große Leidenschaft für Fußball, die auch jahrelang immer wieder „Leiden schaffte“ war auch für meine Familie Hertha BSC.

Hertha, Berliner Sport-Club e.V., gern von den Berlinern auch „Alte Dame“ genannt. Es gab keinen Samstagnachmittag, der bei uns daheim nicht vom Besuch eines Fußballspiels oder von der Radio- und später Fernsehberichterstattung geprägt war. Alles andere war dann vergessen - nur Hertha zählte.

Die blau-weiße 'Hertha' - ein Dampfer auf dem Wannsee war es, der bei der Vereinsgründung am 25. Juli 1892 als Namensgeber Pate stand. Am 17. April 1886 lief der nagelneue Dampfer zur Probefahrt aus, genau an dem Tag, an dem die Tochter des Reeders Zwerner ihren 12. Geburtstag hatte. Das Mädchen hieß „Hertha“. Der Schornstein hatte die Farben blau-weiß und einen gelben Stern – es wurden die Vereinsfarben. So sah auch das erste Klub-Emblem aus. Die Idee zur Gründung hatten die Brüderpaare Fritz und Max Lindner sowie Otto und Willi Lorenz.

Seitdem hat der Verein, genauso wie die Stadt, in der er gegründet wurde, eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Aus BFC Hertha 92 wird 1923 nach der Fusion mit dem finanzkräftigen Berliner Sport-Club Hertha BSC. In der Folge erreicht der Verein sechsmal das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, bis es 1930 und 1931 gleich zweimal mit dem Meistertitel klappt.

 

Mit der Gründung der Bundesliga 1963 erlebt Hertha BSC von der Rückversetzung in die Regionalliga (1965-1968) bis zum Vizemeistertitel in der 1. Liga (1974/1975) und der Teilnahme an der Champions League (1999/2000) alle Höhen und Tiefen des Fußballs. Heute ist Hertha BSC der Klub der Hauptstadt, der Fans aus Ost und West vereint.

© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Teddybären und Bruno, ein Hermann Hirschaid Bär und unsere Buddybären aus der Sammlung Fellberg
© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Teddybären und Bruno, ein Hermann Hirschaid Bär und unsere Buddybären aus der Sammlung Fellberg
© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Teddybär, Steiff Fußballer und Bruno, ein Hermann Hirschaid Bär aus der Sammlung Fellberg
© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Teddybär, Steiff Fußballer und Bruno, ein Hermann Hirschaid Bär aus der Sammlung Fellberg

Am 24. August 1963, dem ersten Spieltag der ersten Saison der neu gegründeten Bundesliga, wurde um 17 Uhr im Berliner Olympiastadion eines von acht Bundesliga-Spielen angepfiffen. Die „Plumpe“, das alte Stadion der Hertha im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen erfüllte nicht mehr die notwendigen Voraussetzungen für die Bundesliga, so dass Hertha BSC zum Auftakt gegen den

1. FC Nürnberg vor 60.000 Zuschauern im Olympiastadion antrat. Das waren novh Zeiten!  Am Ende erreichte Hertha BSC bei der Premiere durch einen verwandelten Handelfmeter ein 1:1. Es begann eine wechselhafte Zeit mit Abstiegen und dann wieder Aufstiegen aus/ in die Bundesliga.

Nachdem Hertha die erste Bundesliga-Saison auf dem dritt-letzten Platz beendete, konnte sich Hertha 1965 mit dem gleichen Rang vor dem sportlichen Abstieg zwar retten, wurde aber aufgrund schwerer Verstöße gegen die Statuten vom DFB in die Regionalliga zurückgestuft. Hertha BSC hatte zuvor einige Spieler mit „Handgeldern“ angelockt, was damals verboten war. Die nächsten drei Spielzeiten bestritten die Herthaner in der Stadtliga Berlin (Regionalliga), der erneute Aufstieg der „Alten Dame“ Hertha BSC war in der Saison 1996/97.

Nun ja, es ging auch immer weiter so: Abstieg, dann wieder super Erfolge auch international, Aufstieg und heute steht die Hertha im oberen Teil der Bundesligatabelle - mit einem überragenden Tabellenführer FC Bayern München an der Spitze! Doch das ist eine andere Geschichte!

Hertha ist heute nicht mehr arm. Und fast schon sexy.

Und Hertha hat – wie sollte es auch anders sein – einen Bären als Maskottchen.

© Dr. Ursula Fellberg; Plüsch-Maskottchen Herthinho aus der Sammlung Fellberg
© Dr. Ursula Fellberg; Plüsch-Maskottchen Herthinho aus der Sammlung Fellberg

Seit August 1999 lebt Herthinho, das Maskottchen von Hertha BSC, in Berlin. Der Braunbär stammt aus der brasilianischen Tiefebene und ist ein stattlicher „Kerl“. Er ist 2,35 Meter groß und wiegt so um die 130 Kilo, er trägt die Nummer 92 - unser Maskottchen ist zwar ein wenig kleiner, aber ebenso bärig!

Er verbreitet stets gute Laune, ein echter Bär eben. Sein riesen Herz schlägt ganz besonders für Herthafans, egal ob groß oder klein. Als Berliner Bär engagiert er sich nicht nur für Fußball, sondern auch für viele andere Ereignisse.

Herthinho  kann natürlich auch Fußball spielen und ist auch beim Basketball sehr geschickt. Er gewann einst schon Meistertitel bei den deutschen Maskottchen-Championaten. Das war 2003 und 2004.

"Der Lippenbär, der Lippenbär, der macht sich nie das Leben schwer. Probiert’s nur mit Gemütlichkeit, sehr gerne auch zur Halbzeit.“

Solche bärigen Verse aus ein bisschen Zoo, einer Prise „Dschungelbuch“, ein Fünkchen Fußball und mit frecher Klappe werden gern von den Berliner gesungen. Warum Dschungelbuch? Rajath, einer der vier Lippenbären aus dem Zoo Berlin hat einen eigenen Paten: die Hertha! Die Abkürzung BSC wird man von nun an also neu übersetzen dürfen: nicht Berliner Sport-Club, sondern „Bärenstarker Club“.

Lippenbären werden mit eigens hergestelltem Spielzeug und sogenanntem Klickertraining beschäftigt. Obwohl bäriger ausgedrückt: Kickertraining wäre wohl richtiger bei diesen Paten.

Ohnehin passt ein Lippenbär recht gut als Patenkind des größten Vereins einer Stadt, in der man gerne mal eine dicke Lippe riskiert, man höre sich doch nur mal um. Selbst das Wort "Icke" wird nun in der Duden aufgenommen! Und gemütlich haben es die Berliner auch gern, ganz wie Balu, der Dicke aus dem „Dschungelbuch“, dessen Vorbild – genau – ein Lippenbär war.

© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Fußballer, Balu von Steiff und Bruno, ein Hermann Hirschaid Bär sowie Steiff Mini- Clubbären aus der Sammlung Fellberg
© Dr. Ursula Fellberg; Schucco Bigo Bello Fußballer, Balu von Steiff und Bruno, ein Hermann Hirschaid Bär sowie Steiff Mini- Clubbären aus der Sammlung Fellberg

Hertha und die Bayern, das ist eine Begegnung, bei der im Bärenmuseum Ausnahmezustand herrscht. Da sind die Bärliner Herthafans und da sind die Lederhosenteddys Bayernfans... also einer gewinnt da immer! Bäriges Fußballvergnügen mit den Könnern der Nation!

 

Und nun wird die „Alte Dame“ 125 Jahre alt. Zeit, ihr mit unseren Bären ein Denkmal zu setzen und mit zu feiern, wenn Hertha BSC im Olympiastadion sein 125-jähriges Jubiläum feiert: Dann kommt Jürgen Klopp und gratuliert. Beide Klubs werden in diesem Jahr 125 Jahre alt, kicken am 29. Juli in einem Freundschaftsspiel im Berliner Olympiastadion gegeneinander. Das Motto der Begegnung lautet: „Celebrating football since 1892. Wir feiern Fußball seit 1892.“

 

Alles Gute für die Zukunft und bärigen fußballerischen Erfolg;

die „Alte Dame lebe hoch“.